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Die Geschichte des Landsteins

Die Sage vom Schinderhannes

Fast jedes Dorf im Nassauer Land kennt seine Schinderhannes-Geschichte. Die allermeisten entspringen der Phantasie, die das Leben dieses Straßenräubers zu Napoleonszeit so verklärt hat. 

Auch vom Landstein wird ein solches Ereignis berichtet, das Jean Riebling niedergeschrieben hat:  

Als der berüchtigte Räuberhauptmann Schinnerhannes auch unsere Heimat mit seiner Räuberbande unsicher machte, stattete er eines Nachts der Landsteiner Mühle ebenfalls einen Besuch ab. Um Mitternacht klopfte er ans Tor und verlangte stürmisch Einlass. Weil der treue Hofhund den wilden Fremdling wütend vertreiben wollte, erschlugen ihn die Bösewichte. Als der Müller schließlich die Tür seines Hauses öffnet,forderte ihn Schinnerhannes auf, unverzüglich alle Gold- und Silbersachen herbeizuholen und auf dem Tisch in der Stube auszubreiten. Müllermeister Busch ließ sich seinen Schreck nicht anmerken. Er holte zugleich alle seine Schätze herbei und breitete sie vor den erstaunten Gesichtern der bärtigen Gesellen aus. Er ließ sich sogar noch von seiner Frau Eva das Buttergeld holen. In Vorfreude erglänzte das Gesicht des wilden Gesellen, als er den funkelnden Reichtum sah. - Doch, da geschah etwas Seltsames. Der Räuber zögerte, das blinkende Geschmeide an sich zu nehmen. "So nehmt's Euch doch!" rief Müllermeister Busch. Aber Schinnerhannes und seine Kumpane waren nicht im Stande, die Hände zum Greifen zu schließen. Es war wie Zauberei! Entgeistert stand der verruchte Bursche noch eine Weile vor dem Tische, wandte sich langsam, winkte seinen Spießgesellen und ... ward nie mehr in der einsamen Mühle gesehen.